Der geprüfte Spielleiter - eine sinnvolle Ergänzung

Schon früh erkannte man im Fußballkreis Bochum, dass die regelkonforme Leitung von Jugendspielen durch „regelkundige Vereinsmitarbeiter“ beziehungsweise „Elternschiedsrichter“ zu verbessern ist. Die Idee des „geprüften Spielleiters“ war geboren.

Bereits im Jahr 1993 setzte sich der damalige Kreisjugendobmann und heutige Ehren-Kreisvorsitzende Ulrich Jeromin mit den damaligen Verantwortlichen des Kreisschiedsrichterausschusses zusammen und entwickelten ein Konzept, dass sich nicht nur an Vereinsmitarbeiter, sondern auch an interessierte Eltern (soweit Vereinsmitglied) richtet.

Diverse Regelfeinheiten auf dem Kleinfeld, die sich von den Regeln des Großfeldes abheben, sind zu beachten. Ferner bedürfen unsere Jüngsten einer anderen Fürsorge, wie ein gestandener Fußballer oder eine gestandene Fußballerin bei den Erwachsenen. An zwei Abendveranstaltungen mit einer Gesamtdauer von acht Stunden sollte den Teilnehmern ein Überblick über das Regelwerk vermittelt werden, zum anderen sollte aber auch intensiv über die Regelbesonderheiten des unteren Jugendbereichs und deren Umsetzung gesprochen werden. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhielten die Teilnehmer ihren Ausweis, der sie zur vorrangigen Leitung von Juniorenspielen berechtigte. Die erste Veranstaltung dieser Art fand am 19. und 21. Juni 1993 mit insgesamt 26 Teilnehmern statt und war ein voller Erfolg.

Mit der Wahl in den Kreisjugendausschuss übernahm der heutige Beisitzer des Kreisjugendausschusses Thomas Harder die Koordination der Spielleiter-Ausbildung. Das bewährte Konzept wurde stetig optimiert und weiterentwickelt. Unter anderem beträgt die Ausbildung der geprüften Spielleiter heute zwölf Unterrichtsstunden. Zudem müssen die geprüften Spielleiter zum Erhalt ihrer Lizenz einmal jährlich an einer Bestätigungsschulung teilnehmen. Hier werden neben aktuellen Regeländerungen auch Neuigkeiten aus dem Fußballverband an die Teilnehmer weiter gegeben. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmer der Spielleiterlehrgänge auch diejenigen sind, die tagtäglich für einen reibungslosen Ablauf in den Vereinen sorgen. Daher ist es sinnvoll, die geprüften Spielleiter auch als Multiplikatoren zu verstehen, die wichtige Änderungen und Informationen direkt in die Vereine tragen“, führt Thomas Harder aus.

Auch einige Eltern haben bereits an einem Spielleiterlehrgang teilgenommen und eine ganz neue Sicht auf die Abläufe eines Fußballspiels erhalten. Es ist festzustellen, dass durch die geprüften Spielleiter eine gewisse Grundordnung auf den Sportplätzen Einzug gehalten hat.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geprüften Spielleiter keinesfalls ein Ersatz für amtliche Schiedsrichter sein sollen. Da jedoch die Spiele von den Mini-Kickern bis zu den D-Junioren mangels Masse nicht von amtlichen Schiedsrichtern geleitet werden können, ist es notwendig neue Wege zu gehen, um auch in diesen Bereichen die Ordnung auf den Sportplätzen zu erhalten und unseren Jüngsten das Erlernen der Fußballregeln durch qualifizierte Spielleiter zu ermöglichen.

Auch hat in den vergangenen Jahren schon der eine oder andere „das Lager gewechselt“ und an die Tätigkeit als geprüfter Spielleiter direkt eine Karriere als Schiedsrichter angeknüpft.

Im Jahr 2015 übernahm der heutige Vorsitzende des Kreisjugendausschusses René Schrader die Koordination der Spielleiter-Ausbildung. Hier erhalten Sie auch weitere Information rund um den geprüften Spielleiter.

Eine Übersicht aller geprüften Spielleiter finden Sie hier.